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Immer Freitags, wenn auf dem Turnhallenvorplatz reges Markttreiben herrscht, füllt sich der Mehrzweckraum mit 10 bis 15 Frauen im Alter von 60 bis 87 Jahren. Wo früher gemeinsame gesellige Turnstunden im Vordergrund standen und Ausflüge ins Allgäu oder Alpenvorland, ist in den letzten Jahren mehr der gesundheitliche Aspekt der Gymnastikstunde ins Blickfeld geraten.

Mit Rücksicht auf die etwas betagteren Mädchen, die dem TSV seit Jugend an die Treue gehalten haben, sind wir von der Matte auf das Trainingsgerät Stuhl umgestiegen. Sitzen und schwitzen heißt es, wenn bei flotter Musik mit verschiedenen Handgeräten nicht nur Schongymnastik betrieben wird. Pilates, Beckenbodengymnastik, Rückenschule, Atem- und Entspannungsübungen sowie Gedächtnistraining und Spiele gehören ebenso wie einfache Tänze zum abwechslungsreichen Stundenprogramm.

Wobei das Gesellige keineswegs zu kurz kommt. Am 20. Juli sind wir nach Brochenzell gefahren, wo wir zuerst die neu gestaltete Kirche am schwäbischen Jakobusweg besuchten. Danach ging es ins Humpisschloß, wo wir durchs  Museum geführt wurden und einen interessanten Vortrag über das Handelswesen der Herren von Humpis erhielten. Bei einer deftigen Einkehr in der Schloßwirtschaft saß man anschließend fröhlich im Gespräch beisammen.

Tief betroffen waren wir alle über den plötzlichen Tod von Agnes Sauter am 19.August. Mit Begeisterung nahm sie an den Gymnastikstunden teil und es musste schon einen triftigen Grund haben, wenn sie nicht erschien.

Agnes hat immer wieder mit Humor und originellen Einfällen oder mit ihren eigenen Gedichten zum Vereinsleben beigetragen, sie wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Beim Frühstücks-Brunch in Russenried, in Gedanken auch an Agnes, ließen wir in adventlicher Stimmung das Jahr ausklingen.

 

Maria Oberhofer

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